Ein Blick ans Kap lohnt sich
In die Infrastruktur fließen Milliarden-Investitionen / Deutschland bleibt Südafrikas wichtigster Lieferant
Johannesburg
(gtai) - Südafrika bekommt die Auswirkungen der weltweiten
Wirtschaftskrise bislang noch nicht in dem Maße zu spüren wie zum
Beispiel europäische Staaten. Daher wurde von der Regierung bislang noch
kein Konjunkturprogramm für nötig befunden. Der Staat investiert hohe
Summen in die Infrastruktur, dazu zählen Häfen, das Strom- und
Wassernetz oder auch der Häuserbau. Daraus ergeben sich für deutsche
Unternehmen zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten. (ganzen Artikel lesen)
Vorteile für deutsche Unternehmen in Südafrika
- großes technologisches Know-how, Spitzenstellung im Bereich FuE auf dem afrikanischen Kontinent
- internationale Handelsabkommen und mehrere Handelshäfen
- siebtwichtigster Handelspartner Deutschlands außerhalb Europa
- stabile Wirtschaft trotz Krise
- Infrastrukturprogramme mit über 3 Mrd. € Volumen
- moderne Bank- und Finanzdienstleistungen
- leichte Kommunikation (Sprache: Englisch) und keine Zeitverschiebung
- Abkommen zum Schutz von Investitionen und Vermeidung von Doppelbesteuerung zwischen Deutschland und Südafrika
Wirtschaftliche Chancen in Südafrika
Südafrika,
mit seiner modernen und international ausgerichteten Wirtschaft, ist
die größte Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents. Die enge
wirtschaftliche Verbindung zum übrigen Kontinent, Europa und dem Rest
der Welt sowie der Binnenmarkt mit 49 Millionen potenziellen Kunden
machen Südafrika sowohl als Standort als auch als Absatzmarkt attraktiv.
Deutsche Unternehmen können im 2. Halbjahr
2010 sowie im Jahresverlauf 2011 wieder mit einem Anziehen des
Südafrika-Geschäfts rechnen. Dafür sorgt der sich in der 1. Jahreshälfte
2010 verfestigende wirtschaftliche Aufschwung in der Kaprepublik. Güter
und Dienstleistungen, hier insbesondere Beratung, sind in nahezu allen
Sektoren gefragt. Insbesondere die in den kommenden Jahren geplanten
hohen Infrastruk-turausgaben der südafrikanischen Regierung bringen
großen Importbedarf mit sich.
Diese stabile
Entwicklung ist vor allem der beständigen Wirtschafts- und Finanzpolitik
zu verdanken, die insbe-sondere die Ansiedlung von Mittelständlern
fördert.
Investitionsklima/Investitionen
Insbesondere hohe staatliche Infrastrukturinvestitionen werden ausländischen Unternehmen in den kommenden Jahren reichlich Lieferchancen bieten. Betroffen sind vor allem die Bereiche Transport und Verkehr (Ausschreibungen durch das Staatsunternehmen Transnet), Energie (Eskom), Telekommunikation (Telkom und Sentech), Wasser (Ministry of Water Affairs and Forestry) sowie die staatlichen Krankenhäuser (Department of Health, Provinzen). Insgesamt etwa 80 Mrd. Euro wird die südafrikanische Regierung in den nächsten Jahren für derartige Projekte ausgeben. Seit 2005 ist der Anteil der staatlichen Investitionen an den Gesamtinvestitionen drastisch von rund 25% auf nunmehr etwa 40% gestiegen. Der Importanteil bei den jeweiligen Projekten ist sehr hoch.
In der Privatwirtschaft dürfte die Investitionstätigkeit 2010 wieder deutlich zunehmen. Größere Vorhaben sind unter anderem in der Automobilindustrie und im Bergbau zu erwarten. BMW beschloss 2009, ab 2012 seine neue 3er-Serie in Südafrika zu montieren. Chancen für die Zulieferindustrie bleiben damit zumindest gesichert. Für einige Zulieferer könnte es sich unter Umständen auch lohnen, sich nahe der BMW-Produktionsstätte in Rosslyn bei Pretoria anzusiedeln.
Im Bergbau dürften hohe Mineralienpreise für eine Ausdehnung der Produktion sorgen. Die Liefer-möglichkeiten für Bergbautechnik und -ausrüstungen könnten daher wieder deutlich zunehmen.
Investitionshemmnisse sind nach wie vor die schlechte Sicherheitslage, die hohe HIV-Rate und auch Black Economic Empowerment (BEE), wodurch die schwarze Bevölkerung vermehrt Anteil an der immer noch von Weißen dominierten Wirtschaft erhalten soll. Unternehmen müssen sich zum Beispiel schwarze Anteilseigner, Manager, Mitarbeiter oder Zulieferer suchen, um die von der Regierung vorgegebenen Quoten zu erfüllen. So berechtigt BEE für den sozialen Frieden des Landes sein mag, für Unternehmen es angesichts des Mangels an qualifizierten schwarzen Arbeitskräften oft sehr schwierig, diese Auflagen zu erfüllen.
Konsumklima/Konsum
Für 2010 rechnen Beobachter wieder mit einer deutlichen Zunahme des Konsums um etwa 5,0%, was die höchste Steigerungsrate seit 2007 bedeuten würde. Hauptgrund dürften die massiven Zinssenkungen der vergangenen Monate sein. Die Prime-Rate, Südafrikas Leitzins, lag im Mai 2010 bei nur noch 10,0%. Im Juni 2008 hatte sie noch 15,5% betragen. Zum Konsumwachstum dürfte auch die Fußball-WM positiv beitragen. Die derzeit erwarteten etwa 250.000 ausländischen Besucher kommen im Juni und Juli 2010 zu einem Zeitpunkt, die in Südafrikas Touristenbranche als Nebensaison gilt. Insofern stellt das Turnier ein Zusatzgeschäft dar.
Außenhandel
Nachdem der südafrikanische Außenhandel 2009 um mehr als 18% heftig eingebrochen ist, rechnen Experten zumindest bei der Einfuhr im Jahr 2010 wieder mit einer sehr deutlichen Steigerung. Diese könnte bei annähernd 15% liegen. Das Handelsvolumen mit Deutschland, dem nach der VR China zweitwichtigsten Lieferland der Kaprepublik, lag 2009 bei 9,6 Mrd. Euro. Die deutschen Exporte betrugen dabei 5,7 Mrd. Euro. Für Deutschland ist Südafrika immer noch eine der zehn bedeutendsten Abnehmernationen von Waren in Übersee.
Quelle: gtai Bericht Mai 2010
Tor in das südliche Afrika
Von
Südafrika aus kann der gesamte Markt des südlichen Afrikas erschlossen
werden. Mit einem modernen Transportwesen, preiswerter Energieversorgung
und einem hoch entwickeltem Kommunikationssystem hat Südafrika eine
Infrastruktur der Weltklasse.
Ebenso biete das Land großes
technologisches Know-How. Südafrika nimmt auf dem afrikanischen
Kontinent eine Spitzenstellung im Bereich Forschung und Entwicklung ein.
Südafrika ist für Deutschland ein Schwer-punktland für die
wissenschaftlich- technologische Zusammenarbeit weltweit und wichtigster
Kooperations-partner auf dem afrikanischen Kontinent.
Basisdaten Südafrika
| Ländername | Republik Südafrika (Republic of South Africa) |
| Bevölkerung | 49,1 Mio |
| | |
| Bevölkerungsdichte | 40 Einw/qkm |
| Bevölkerungswachstum | 0,3% p.a. |
| Geschäftssprachen | Englisch, Afrikaans |
| Hauptstadt | Pretoria, ca. 1Mio Einwohner |
| Provinzen | Eastern Cape, Free State, Gauteng, KwaZulu-Natal, Mpumalanga, Northern Cape, Limpopo, North-West- Province, Western Cape |
| Fläche des Landes | 1.219.912 qkm (= 3,4 mal Deutschland) |
| Deutsche in Südafrika | ca. 1 Mio. Deutschstämmige; ca. 100.000 deutsche Staatsangehörige |
| Wechselkurs | 1 EUR = 10,12 Südafrikanische Rand 1 USD = 7,47 Südafrikanische Rand (jeweils Stand: März 2010) |
| Regionale Wirtschafts-zusammenschlüsse | AU, NEPAD, SACU, SADC |
| Rohstoffe | agrarisch: Mais, Weizen, Zuckerrohr, Obst, Gemüse, Fleisch, Wolle mineralisch: Gold, Diamanten, Uran, Mangan, Platin, Eisenerz, Kohle |
| BIP (nom. in US$.) | 287,2 (Schätzung für 2009) |
| BIP je Einwohner (in US$) | 5.824 (Schätzung für 2009) |
| BIP Entstehung (in%) | 2009:
Finanzw., Vers., Immobilien 21,7, Verarbeitende Industrie 15,1, Handel, Hotels und Gaststätten 13,3, Bergbau 9,7, Transport, Lager, Kommunikation 9,5, Landwirtschaft 3,0 |
| BIP Verwendung (in%) | 2009: Staatsverbrauch 20,9, Privatverbrauch 60,8, Bruttoanlageninvestitionen 19,3, Außenbeitrag -1,0 |
| Inflationsrate (in%) | Prognose 2010: 5,8 |
| Arbeitslosigkeit (in%) | Prognose 2010: 24,3 |
| Einfuhrgüter (% der Gesamteinfuhr) | 2009:
Mineralprodukte 21,3; Maschinen, Apparate, Geräte 15,4; Elektrotechnik 10,8; Bevörderungsmittel 7,2; Originalgeräte, KFZ-Teile 5,6; Optische Geräte 2,6 |
| Ausfuhrgüter (% der Gesamtausfuhr) | 2009:
Perlen, Edelsteine, Münzen 24,8; Mineralprodukte 10,1; Erze 9,6; Eisen und Stahl 9,0; Beförderungsmittel 7,9; Maschinen, Apparate, Geräte 6,5; Obst und Gemüse 2,6 |
Quelle: gtai Bericht Mai 2010